Das Bonsai Experiment

Stilisierter kleiner Bonsai-Baum

Dass die Pflege und somit das am-Leben-erhalten von Bonsais keine einfache Sache ist
– sogar für dunkelgrüne Daumen – war mir klar. Daher begann ich meine Züchterkarriere mit einem Bäumchen um rund 16,– Euro bei Hornbach, meinem Markt für sowieso Alles! ⎦˚◡˚⎣

Zwei Bilder sagen mehr als 2000 Worte.

Zumindest habe ich jetzt einen Tori-Bogen und ein schön emailiertes Bonsai-Töpfchen – dachte ich bis zum Besuch meines zweiten Lieblingsmarktes (siehe Operation *Ikea*). Dort lag in der Pflanzenabteilung zufällig eine kleine Pflegeanleitung am Boden (in 27 Sprachen!):

Die Kust der Bonsaizucht ist vom Ursprung her chinesisch und kam vor ca. tausend Jahren nach Japan. Die Bezeichnung Bonsai stammt vom japanischen »bon« für Topf und »sai« für Baum. Ziel dabei ist, die Natur in Miniatur neu zu erschaffen und die Bäume bedeutend älter wirken zu lassen als sie sind. Wichtig ist auch, dass Baum und Topf eine harmonische Einheit bilden.
Pflegeanleitung
1.) Die Pflanze auf dem Transport vor Kälte und Zug schützen.
2.) Hellen oder halbschattigen Standort wählen. Nicht über Heizkörper oder in Zugluft aufstellen. Bei mehr als 15° C kann die Pflanze nach draußen gestellt werden.
3.) 2–3 Wochen nach dem Kauf kann die Pflanze Blätter verlieren. Das ist normal, da sie für Veränderungen anfällig ist.
4.) Bewässert wird durch Absenken des ganzen Topfs in Wasser. Wenn keine Luftblasen mehr aufsteigen, den Topf herausnehmen und das Wasser ablaufen lassen. Fall nach einigen Stunden noch Wasser im Untersetzer steht, muss es abgegossen werden. Wenn keine Möglichkeit besteht, den Topf in Wasser zu tauchen, kann gegossen werden, indem man Wasser in den Untersetzer gießen. Die Erde möglichst feucht halten, der Pflanze aber nicht zuviel Wasser geben – das ist die häufigste Ursache für das Absterben von Bonsais.
5.) Normalen Dünger beim Gießen verwenden – im Sommer jedes zweite Mal und im Winter bei jedem dritten Gießen. Bonsais sind empfindlich, daher nur halb soviel Dünger verwenden wie für normale Pflanzen.
6.) Damit der Bonsai seine Form behält, muss er beschnitten werden. Nicht zuviel wegnehmen. Soviel wie oberhalb der Pflanze abgeschnitten wird, soviel stirbt unter der Erde ab. Im Winter niemals Schösslinge abschneiden.
7.) Der Bonsai muss umgetopft werden, sobald die Wurzeln die Pflanze aus dem Topf drängen. Dazu eine lockere Erdmischung benutzen, die Sauerstoff an die Wurzeln durchlässt. Nur im Frühjahr oder Sommer umtopfen.
© Inter IKEA Systems B.V. 2015

… und ich dachte, die von Hornbach an harte Erde, die beim Gießen soviel Wasser aufnimmt wie ein Plastiklöffel, gehört so bei Bonsais! Außerdem hat mein kleiner Übertopf vier noch kleinere Beinchen (die ich heute erst bemerkte) – somit konnte auch die von-unten-Gießen-Variante nicht funktionieren.

Soweit so schlecht, die Punkte 1–4 habe ich abgearbeitet. Jetzt bleibt mir nur noch zu Meditieren und geduldig hoffen, dass John Doe wieder aufwacht …
Dann werde ich ihn Karate Kid nennen!

—– இ]ڿڰۣ-ڰۣ— —–