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Midnight Commander – Tipps und Tricks

Dieser Beitrag wurde liebevoll aus einem Beitrag und zwei Entwürfen (!) meines alten Tuxblock – 2007-2008 – remastered .

Der Midnight Commander, kurz MC (starten: mc) ist mehr als nur ein Dateimanager für die Konsole. Basierend auf dem (guten alten) ‚Norton Commander‘ ist er Einigen vielleicht noch aus DOS-Zeiten bekannt. Da der MC auch sehr sparsam mit Systemresourcen (Arbeitsspeicher, CPU-Belastung) umgeht kann er sogar in langsamen SSH-Verbindungen gestartet werden.

Nach einer relativ kurzen Einarbeitungsphase ist der MC intuitiv zu bedienen. Die wichtigsten Funktionen sind über die F-Tasten (untere Menüzeile) zu erreichen. Die meisten Menüpunkte und andere praktische Funktionen sind sowohl über Tastenkombinationen als auch über die obere Menüzeile über F9 und die Pfeiltasten erreichbar. Aber keine Angst, der MC lässt sich auch mit der Maus zu bedienen – aber wer will das schon? 😉

Mit etwas gutem Willen und Durchahltevermögen steht mit dem MC ein mächtiges, vielseitiges und schnelles Dateiverwaltungs-Werkzeug zur Verfügung.

Erläuterungen

Zu den Shortcuts:

Wegen der Übersicht und der Tipfaulheit meinerseits verwende ich hier die verbreitete Kurzschreibweise der Tastenkürzel. Dabei steht das Zeichen ^ für Ctrl bzw. Strg.

Die Esc-Taste

Falls die „F“-Tasten aus irgendeinem Grund nicht funktionieren kann auch Esc x verwendet werden (x = Zahl). Vorsicht: Hierbei die Tasten nacheinander drücken!. Diese Befehls-Variante funktioniert alternativ auch mit allen Alt-Befehlen.

Beispiel 1: ^x
Das x muss bei gehaltener Strg-Taste gedrückt werden.
Beispiel 2: ^x c
Nach dem ‚x‘ alle Tasten loslassen und ‚c‘ eintippen (dieses Beispiel ruft den chmod-Dialog zu einer markieren Datei auf).
Beispiel 3: ^x S
Da es ja logisch ist, dass man für ein großes S die Shift-Taste braucht schreibe ich den Befehl nicht jedesmal aus (^x Shift+s). Außerdem verwirrt das nur, denke ich (?).

Das Panel

Im MC wird jede Hälfte des Programmfensters als Panel bezeichnet. Voreingestellt für Dateiaktionen wie Kopieren, Verschieben, Umbenennen oder Verknüpfungen ist immer das aktuelle Verzeichnis des anderen Panels. Es ist also vorteilhaft (besonders beim kopieren und verschieben) wenn je ein Panel das Quell- und eines das Zielverzeichnis anzeigt ????

Die Ideenleiste

Standardmäßig erscheint über der Kommandozeile nach jedem Befehl ein neuer hint. Diese sogenannte Ideenleiste kann unter Optionen/Layout ein- oder ausgeschalten werden. Einige der hier angeführten Tipps stammen aus dieser Datei: /usr/share/mc/hints.en

Nützliche Kurzbefehle für die Tastatur

Fast alle folgenden Aktionen können auch über die beiden Menüs erreicht werden. Entweder mit der Maus (oberes und unteres Menü) oder mit F9 (aktiviert oberes Menü) und den Pfeiltasten.

Tab
Wechselt zwischen den Panels (linke/rechte Fensterhälfte)
^x c
Dialogfenster mit Dateirechten der markierten Datei aufrufen (chmod)
^x o
Benutzer der markierten Datei(en)festlegen (chown)
^x s
Verknüpfung erstellen (die Verknüpfung wird standardmäßig im aktuellen Verzeichnis des anderen Panels erstellt)
Im MC erkennt man eine Verknüpfung an einem ‚@‘ vor dem Dateinamen (@datei.xyz)
^x S
Verknüpfung bearbeiten
^x h
Zur Hotlist hinzufügen (Lesezeichen zu oft verwendeten Ordnern, SSL- und FTP-Verbindungen)
^x j
Hintergrund-Programme anzeigen
^x q
Schnellansicht der Datei im anderen Panel (nur Textformat) – wiederholtes Kommando kehrt zur vorigen Ansicht zurück.
^x i
Datei-Eigenschaften (Info) im anderen Panel anzeigen/verbergen
^x a
Aktive VFS-Verbindungen (z.B. FTP) anzeigen
^x o
Öffnet einen erweiterten Chown-Dialog
^o
Falls man schnell ein Terminalfenster braucht (Schaltet quasi die Befehlszeile auf Vollbild um) – Wiederholung schaltet zurück zu MC.
Hinweis: Es ist nicht ratsam in diesem Fenster den Editor Nano zu verwenden. Der „Speichern“-Kurzbefehl ^o von Nano kollidiert mit dem gleichlautenden „zurück zu MC“-Befehl – zumindest die letzten Änderungen an der Datei sind verloren!
Edit:
MC+MCEDIT sind eine Application Suite, und nicht einfach ein File Manager und ein Editor. Ein Standardeditor gehört dorthin, wo es nur um den Editor geht.
irgendwo im Sidux Forum
^x o
Öffnet einen chown-Dialog
^x !
Externes Anordnen: vorgefertigte und selbst konfigurierbare Suchabfragen
^s
Damit spart man das lästige Blätter (scrollen) in langen Dateilisten. Die Markierung springt schon während der Eingabe zum passenden Verzeichnis/Datei (ähnlich dem „/“ bei Firefox zum Durchsuchen von Webseiten).
^Seite nach oben
Wechselt direkt in die übergeordnete Verzeichnisebene
Beachte: Sind mehrere Terminals in einem Fenster geöffnet (Tabs) dann wechselt das Kommmando nur zwischen den Tabs. Daher sollte man den MC in einer eigenen Shell starten.
Alt+o
Wechselt im jeweils anderen Pannel ins aktuelle Verzeichnis (des aktiven Panels).
Alt+c
Direkte Verzeichnis-Eingabe (schnelles cd) – praktisch wenn in der Eingabezeileschon ein Kommando eigegeben wurde und man sich aber im falschen Verzeichnis befindet.
Alt+t
Wechselt zwischen den unterschiedlichen Ansichten (Listenmodi): komplette – kurze – lange Dateiliste
Alt+h
Anzeige der letzten Befehle (history) – funktioniert auch in Dialogfenstern
Alt+!
Filteransicht
Alt+?
Datei suchen
Shift+F4
Editor mit neuer (leerer) Datei starten
Alternativ wird mit dem Kommando touch datei.xyz eine leere Datei angelegt.
Einf
Markiert die aktuelle (blau unterlegte) Datei dauerhaft (fett und gelb) und springt zur nächsten
Alt+*
Markiert alle Dateien im Panel aus, bzw. ab (keine Ordner)
Alt++
Auswahl-Dialog zum markieren von Dateien mit einer bestimmten Endung aus (z.B. *.mp3)
In der sich öffnenden Eingabezeile ist „*“ voreingestellt – mit Enter werden alle Dateien markiert (selbe Funktion wie Alt+*).
Beispiel „Alle Ordner auswählen“:
/* Enter).
Alt+-
Deselektion: Hebt die Markierung von Dateien mit einer bestimmten Endung wieder auf (z.B.: *.txt markierte Textdateien abwählen)

Diverses

Um Konflikte zwischen Shortcuts zu vermeiden sollte man die Menüleiste des Terminals abschalten (Menü: Anzeige-Menüleiste anzeigen deaktivieren) oder gleich ein XTerm verwenden

Ein 2maliges drücken von Esc schließt nicht nur jedes Dialogfenster (=Abbruch des letzten Kommandos) sondern auch die Ansichten ‚Anzeige‘ (F3) und ‚Bearbeiten‘ (F4).

SSH- und FTP-Verbindung zu entferntem PC/Host herstellen

UPDATE Dez. 2017: Aufgrund meiner aktuellen Hardware (Apple, Android) verwende ich dafür FileZilla. Wie es mit dem MC für Mac, dem MuCommander funktioniert werdeich irgendwann in einem eigenen Beitrag berichten

Quellen und Links:

Sidux 2008-02 erebos-xfce

Έρεβος (Erebos*) lautet die interne Bezeichnung der brandneuen Version von Sidux. Diese auf Debian ‚Sid‘ basierenden (und voll kompatiblen) Distribution erschien am 26.Juni.2008, neben der standardmäßigen KDE-full und KDE-light Varianten, erstmalig in einer Xfce-Version!

Somit ist für mich, als zufriedener (X)Ubuntu-Benutzer, der größte „Nachteil“ von Sidux, nämlich KDE weggefallen. Der Fairness halber ist aber anzumerken, dass unter KDE alles nahezu reibungslos und „out of the box“ gelaufen ist und der Wechsel zu Xfce etwas halbherzig und „schlampig“ vollzogen wurde 🙁

Hier eine erste, unvollständige und subjektive Plus-Minus-Aufstellung:

Plus

  • Unkomplizierte, intuitive aber trotzdem flexible Installationsroutine
  • Parallel installiertes Xubuntu wird von Grub „out of the box“ erkannt (nur unter (KDE)
  • Mehrsprachiges praxisbezogenes Handbuch (Schnellstarter auf Desktop)
  • SMXI – geniales Skript zur Systemaktualisierung („rolling release“)
  • Netzwerkkonfiguration mit Ceni

Leider bedarf es bei der Xfce-Version einiger kleiner Nachbesserungen (im Gegensatz zur KDE-Version wo nahezu alles auf Anhieb reibungslos klappt).

Download: http://debian.tu-bs.de/project/sidux/release/

*) Die Sidux-Versionen werden derzeit nach jenen Göttern der griechischen Mythologie benannt die einst aus dem Chaos entstanden – siehe Erebos (griech. Gott der Finsternis).

Ein Schritt zurueck und doch voran!

… oder Die Läuterung eines Internetjunkies

Ein Schritt zurück und doch voran? Zurück, weil ich nebenbei (noch) ein Weblog mit eigener Domain und Webspace betreibe: Vienna22. An dieser Stelle ein herzliches „Danke“ an WordPress.com für die freundliche Aufnahme! Voran im Sinn von Weiterentwicklung aus mehreren Gründen:

  • Im aktuellen Blog gehts um viele, sehr unterschiedliche und ständig wechselnde Kategorien bzw. Interessen – und das ohne wirklich guten und/oder eigenen Inhalten (content) 🙁
    Hier gehts nur um LINUX!
  • Trotz meiner Vorliebe zu WordPress gehen mir die ständigen Updates schwer auf die Nerven.
  • Weniger ist (oft) mehr: Hier brauche ich mich nicht mit PHP, CSS, SQL und Co. herumschlagen.
  • Keine Zeitverschwendung mehr für SEO, sinnlose TOP-Listen, Besucherstatistiken, ‚Bloggen übers Bloggen“ etc. (nur soviel zum Thema Läuterung 😉

Was erwartet euch hier?

In diesem Blo(g)ck werdet hauptsächlich Artikel, Tipps, Mini-HowTo’s, Erfahrungsberichte und Neuigkeiten von über und zu Linux  finden. Mein fachliches Niveau nach fast 2 Jahren Linuxerfahrung (völliger Einzelkäpfer im Selbststudium 😉 würde ich als fortgeschrittener Einsteiger bezeichnen 🙂

Genug gequatscht, jetzt freue ich mich erstmal auf ein Wiederlesen bei ein paar alten Hasen. Mal kucken was sich während meiner Internetabstinenz so ereignet hat.

Vorschau

Am Desktop-PC brenne ich eben die neue 5.2er Version von Zenwalk (basiert auf Slackware).  Bis zum Wochenende sollte ein kurzer Bericht über die Installation (paralell zu Ubuntu 8.04 LTS und Linux Mint „Elyssa“) und erste Praxistauglichkeit hier zu finden sein 😉

PS:  Tuxblock wird gestylt vom legendären Theme Hemingway. Diese verwende ich als Tribute an eines meiner Lieblings-Linux-Blogs [pimp my shell].